Dieses Verfahren dient zur Herstellung hochfester und
hochtemperaturbelastbarer Verbindungen von gleichen, gleichartigen oder
verschiedenartigen Werkstoffen wie nichtrostenden Stählen, Nickel- und
Kobaltwerkstoffen, Titan, Vanadin, Zirkonium, Silizium, Niobium,
Tantal, Keramik, Glas.
Es findet Anwendung, wo andere Fügeverfahren
wegen komplexer Bauteilgeometrie nicht eingesetzt werden können oder zu
inneren Spannungen bzw. Rissen führen würden. Das Vakuumlöten
erlangt dabei als modernes und innovatives Fertigungsverfahren mit
seinen Vorteilen sowohl in hoch spezialisierten Industriezweigen wie
der Luft- und Raumfahrttechnik, dem Turbinenbau, der Kern- und
Reaktortechnik als auch konventionellen Industriebereichen eine ständig
wachsende Bedeutung.
Für die Realisierung einer bestimmten
Lötaufgabe müssen folgende Kriterien bei der Auswahl des Lötverfahrens
berücksichtigt werden:
- die zu lötenden Werkstoffe,
- das
ausgewählte Lot (u. a. abhängig von auftretenden mechanischen,
thermischen und chemischen/korrosiven Beanspruchungen auf die Lötstelle
im Betrieb),
- die geometrischen Gestaltungsmerkmale (Konstruktion und Abmessungen der Lötteile) und die Masse des Werkstücks,
- die Art der Aktivierung der Werkstoffoberflächen (Oxidbeseitigung),
- die
Wirtschaftlichkeit (Stückzahl der zu lötenden Teile, Kosten und
Zeitbedarf für den Lötprozess, Verfügbarkeit bestimmter
Lötausrüstungen).
Da die Löttemperaturen oftmals nur knapp
unter der Anschmelztemperatur der Bauteilwerkstoffe liegen, erfordert
dieses Verfahren hohe Temperaturgenauigkeit und exakte Ofenführung.
Da
es sich bei allen Wärmebehandlungsprozessen um empirische Abläufe
handelt, lassen sich optimale Lösungsansätze nur mit entsprechend
erfahrenen Experten finden.